Das Wichtigste in Kürze

Im Local Pack (der Kartenansicht mit drei Einträgen) entscheidet vor allem dein Google Unternehmensprofil. Laut dem Whitespark Local Search Ranking Factors Report 2026 entfallen dort 32 % der Gewichtung auf Profil-Signale und 20 % auf Bewertungen. Für die klassische organische Suche und für KI-Antworten zählt dagegen deine Website am meisten.

Die fünf Hebel mit der größten Wirkung:

  • Primäre Kategorie: Sie ist der wichtigste Einzelfaktor im Local Pack. Wähle die spezifischste Kategorie, die wirklich zu deinem Kerngeschäft passt.
  • Adresse und Einzugsgebiet: Die Nähe zum Suchenden kannst du kaum steuern. Eine korrekte, richtlinienkonforme Adresse aber schon.
  • Öffnungszeiten: Ob ein Unternehmen zum Zeitpunkt der Suche geöffnet hat, ist neu in den Top 5 der Faktoren gelandet.
  • Bewertungen: Anzahl, Schnitt und Aktualität zählen. Ein perfekter 5,0-Schnitt ist dabei nicht das Ziel.
  • Fotos und Vollständigkeit: Top-3-Profile haben deutlich mehr eigene Fotos und ein vollständig gepflegtes Profil.

Wichtig zur Einordnung: Google veröffentlicht keine Gewichtungen. Die Prozentwerte aus dem Whitespark-Report sind Einschätzungen von 47 Local-SEO-Fachleuten zu 187 Faktoren, keine offiziellen Google-Daten. Wo es dazu echte Messdaten gibt, etwa aus einer Analyse von 16.098 Unternehmensprofilen durch Localo, stelle ich beides nebeneinander.

Die drei offiziellen Faktoren laut Google

Google nennt in der Hilfe zum lokalen Ranking drei Hauptkriterien: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Ein besseres Ranking kann man laut Google weder einfordern noch kaufen.

  • Relevanz: Wie gut passt dein Profil zur Suchanfrage? Hier wirken Kategorien, Leistungen, Beschreibung und die verknüpfte Website.
  • Entfernung: Wie weit ist dein Standort vom Suchenden oder vom genannten Ort entfernt? Gibt jemand seinen Standort nicht preis, nutzt Google die Standortdaten, die ihm vorliegen.
  • Bekanntheit: Wie etabliert ist dein Unternehmen online und offline? Google sagt ausdrücklich, dass mehr Rezensionen und positive Bewertungen das Ranking verbessern können.

In der Praxis heißt das: Die Entfernung ist gesetzt, Relevanz und Bekanntheit sind deine Stellschrauben. Genau dort setzen alle folgenden Abschnitte an.

Gewichtung 2026: Karte, organische Suche und KI im Vergleich

Welche Signale zählen, hängt davon ab, wo du gefunden werden willst. Im Local Pack führt das Profil mit 32 %, in der lokalen organischen Suche die Website mit 33 % und in KI-Antworten ebenfalls die Website mit 24 %.

Die Werte sind Schätzungen der befragten Fachleute, keine Messwerte von Google. Für die KI-Spalte räumt Shaw selbst Unschärfe ein: Wie stark ein Signal wirkt, hängt davon ab, ob man an ChatGPT oder an Googles eigene KI denkt.

Die stärksten Faktoren im Unternehmensprofil

Die primäre Kategorie ist im Local Pack der wichtigste Einzelfaktor von 187. Danach folgen laut Whitespark die Nähe zum Suchenden, Keywords im Unternehmensnamen, eine physische Adresse im Suchort und die Öffnungszeiten.

Primäre Kategorie

Die primäre Kategorie bestimmt, für welche Suchen dein Profil überhaupt infrage kommt. Google empfiehlt in seinen Richtlinien einen einfachen Test: Die Kategorie muss den Satz „Dieses Unternehmen IST …“ vervollständigen, nicht „Dieses Unternehmen HAT …“. Wähle also „Ernährungsberater“ statt eines Oberbegriffs, wenn das dein Kerngeschäft ist.

Weitere Kategorien

Neben der primären Kategorie erlaubt Google bis zu neun weitere Kategorien. Bei Whitespark landen sie auf Platz 8. In der Localo-Analyse erreichten Profile mit sechs weiteren Kategorien eine Top-3-Quote von 69,1 %, Profile ohne weitere Kategorien nur 47,9 %.

Die Grenze zieht Google selbst: Wähle nur Kategorien, die dein Kerngeschäft beschreiben. Fachfremde Kategorien stehen bei Whitespark als „Category Confusion“ auf der Liste der negativen Faktoren. Die Kategorien deiner Konkurrenz sind öffentlich einsehbar, ein Blick lohnt sich vor jeder Änderung.

Unternehmensname

Keywords im Namen stehen bei Whitespark auf Platz 3 und wirken also. Google verbietet aber, dem Namen Zusätze wie Leistungen, Orte oder Slogans anzuhängen, und droht dafür mit einer Sperrung. Erlaubt ist nur der Name, den du auch auf Schild, Briefpapier und Website verwendest.

Localo hat den Effekt nachgemessen: Passende Wortstämme im Namen bringen rund 4 Prozentpunkte mehr Top-3-Quote. Das ist deutlich weniger als der Effekt von Bewertungen oder Fotos und kein Grund, eine Sperrung zu riskieren. Rechtliche Zusätze wie „GmbH“ lässt Google übrigens nur zu, wenn du nachweisen kannst, dass sie Teil des geführten Namens sind.

Adresse oder Einzugsgebiet

Eine physische Adresse im Suchort steht bei Whitespark auf Platz 4, eine sichtbare Adresse auf Platz 7. Darren Shaw, der Autor des Reports, bezweifelt Platz 7 allerdings selbst. Er beobachtet Fälle, in denen Rankings nach dem Ausblenden der Adresse unverändert blieben, und vermutet eher einen Fehler bei Google.

Entscheidend sind ohnehin Googles Regeln:

  • Empfängst du Kunden an deiner Adresse, zeigst du sie an. Dort muss eine dauerhafte Beschilderung mit dem Firmennamen hängen.
  • Arbeitest du beim Kunden oder von zu Hause, blendest du die Adresse aus und legst ein Einzugsgebiet fest. Es sollte nicht weiter als etwa zwei Autostunden reichen.
  • Hybrid-Profile mit Adresse und Einzugsgebiet sind erlaubt, wenn am Standort während der Öffnungszeiten Personal vor Ort ist.

Wer als reines Einzugsgebiet-Unternehmen trotzdem eine Adresse anzeigt, riskiert laut Whitespark eine Sperrung.

Öffnungszeiten

„Zum Zeitpunkt der Suche geöffnet“ ist 2026 neu eingestiegen und sofort auf Platz 5 gelandet. Shaw beschreibt, wie Profile kurz vor Ladenschluss in den Rankings abrutschen und nach Schließung von geöffneten Wettbewerbern verdrängt werden.

  • Trage deine echten Zeiten ein und pflege Sonderöffnungszeiten für Feiertage.
  • „24 Stunden geöffnet“ ist nur zulässig, wenn es stimmt. Bei Geschäften mit Laufkundschaft führen falsche Zeiten zu enttäuschten Kunden und schlechten Bewertungen.
  • Laut Google sollen Unternehmen, die ausschließlich nach Terminvereinbarung arbeiten, keine Öffnungszeiten angeben. Fehlende Öffnungszeiten stehen bei Whitespark dagegen auf Platz 8 der negativen Faktoren. Wenn du feste Zeiten hast, in denen du erreichbar bist, trage diese ein.

Leistungen

Von Google vorgeschlagene Leistungen stehen auf Platz 22, Keywords in den Leistungen sind um 75 Plätze auf Platz 34 gestiegen. Den Effekt haben Sterling Sky und Whitespark in eigenen Tests bestätigt. Wähle alle vordefinierten Leistungen, die du wirklich anbietest, und ergänze eigene Leistungen mit klaren Bezeichnungen.

Fotos

Fotos sind der Faktor, den du am schnellsten selbst verbessern kannst. Laut Localo haben Top-3-Profile im Median 41 Fotos, Profile auf Platz 11 bis 20 nur 24. Die Top-3-Quote steigt von 47,8 % ohne Fotos auf 73,2 % bei über 500 Fotos, ohne erkennbare Obergrenze.

Das ist eine Korrelation, kein Beweis für Ursache und Wirkung. Trotzdem gilt: Echte Fotos von Räumen, Team, Außenansicht und Arbeitsergebnissen schlagen Stockfotos. Stock- und KI-Bilder stehen bei Whitespark auf der Liste der negativen Faktoren. Geotags in den Bilddaten sind dagegen wirkungslos und belegen den letzten Platz aller 187 Faktoren.

Unternehmensbeschreibung

Eine Beschreibung zu haben, macht einen messbaren Unterschied: Bei Localo steigt die Top-3-Quote von 58,7 % auf 72,4 %. Ihre Länge spielt dagegen keine erkennbare Rolle. Schreib klar, was du anbietest und für wen, ohne Links und Rabattaktionen, die Google dort untersagt. Keyword-Stuffing in der Beschreibung führt Whitespark als Sperrrisiko.

Bewertungen: Anzahl, Schnitt und Aktualität

Bewertungen machen laut Whitespark 20 % der Local-Pack-Gewichtung aus, 2023 waren es noch 16 %. Unter den Einzelfaktoren stehen ein hoher Google-Schnitt auf Platz 6, die Anzahl der Bewertungen mit Text auf Platz 9 und die Aktualität auf Platz 11.

Anzahl

In der Localo-Analyse ist die Anzahl der stärkste messbare Faktor. Profile auf Platz 1 haben im Median 79 Bewertungen, Profile ab Platz 11 nur 25. Die Top-3-Quote steigt von 39,3 % bei 1 bis 5 Bewertungen auf 73,0 % bei 201 bis 500 Bewertungen und flacht danach ab.

Schnitt: 4,9 schlägt 5,0

Der größte Sprung liegt nicht an einer einzigen Schwelle. Laut Localo liegt die Top-3-Quote bei 4,3 bis 4,4 Sternen bei 58,1 %, bei 4,5 bis 4,6 bei 64,8 % und erreicht bei 4,9 mit 69,1 % ihren Höchstwert. Ein perfekter 5,0-Schnitt kommt nur auf 53,6 %.

Der Grund: Ein 5,0-Schnitt bedeutet meist, dass ein Profil noch wenige Bewertungen hat. Profile mit 5,0 und über 200 Bewertungen liegen bei 76,8 %. Eine einzelne kritische Bewertung ist also kein Drama, solange die Masse stimmt.

Auch für Kunden zählt der Schnitt. Laut dem BrightLocal Local Consumer Review Survey 2026 wählen 31 % der Befragten nur Unternehmen mit mindestens 4,5 Sternen, 2025 waren es 17 %. Befragt wurden 1.002 Erwachsene in den USA.

Aktualität

Für Kunden sind frische Bewertungen inzwischen Pflicht. Laut BrightLocal achten 74 % auf Bewertungen aus den letzten drei Monaten und 32 % auf solche aus den letzten zwei Wochen. 47 % nutzen kein Unternehmen mit weniger als 20 Bewertungen.

Für das Ranking ist das Bild weniger eindeutig. Whitespark sieht Aktualität auf Platz 11 und einen gleichmäßigen Zufluss auf Platz 14. Localo findet dagegen keinen messbaren Zusammenhang zwischen monatlicher Bewertungsrate und Position, nur die Gesamtzahl zählt. Mein Fazit: Bitte kontinuierlich um Bewertungen, weil es Kunden überzeugt, und vermeide plötzliche Massen-Aktionen.

Text und Echtheit

Reine Sterne-Bewertungen ohne Text galten lange als sicherer vor Löschung. Diese Lücke ist laut einer Localo-Auswertung von 335.520 gelöschten Bewertungen geschlossen. Für 2025 lag die mittlere Lebensdauer gelöschter Bewertungen mit und ohne Text fast gleichauf, bei 13 und 14 Tagen.

Bei Profilen mit mehr als 50 Bewertungen pro Woche verschwinden Bewertungen ohne Text sogar schneller. Gekaufte oder gesammelt eingeforderte Bewertungen sind damit doppelt riskant: Sie werden gelöscht, und gemeldete Fake-Bewertungen zählen zu den häufigsten Sperrgründen.

Versuch auch nicht, Kunden bestimmte Keywords in den Mund zu legen. Localo findet für Keywords im Bewertungstext praktisch keinen Effekt. Bitte lieber um eine ehrliche Beschreibung, welche Leistung jemand genutzt hat.

Antworten auf Bewertungen

Antworten verbessern das Ranking kaum: Whitespark führt sie für das Local Pack auf Platz 122. Für die Conversion sind sie aber wichtig. Laut BrightLocal nutzen 80 % der Befragten eher ein Unternehmen, das auf alle Bewertungen antwortet, und 50 % schrecken generische Standardantworten ab. Antworte also persönlich und zeitnah, aber für deine Kunden, nicht für den Algorithmus.

Google-Beiträge, verknüpfte Social-Media-Profile und Fragen & Antworten gelten oft als Ranking-Booster. Die Daten sprechen eine andere Sprache, und eine dieser Funktionen gibt es inzwischen gar nicht mehr.

Google-Beiträge

Whitespark sieht die Häufigkeit von Beiträgen auf Platz 148, die Anzahl auf Platz 168. Localo misst einen Effekt nur für das Posten überhaupt: Profile mit Beiträgen erreichen eine Top-3-Quote von 70,8 %, Profile ohne 63,7 %. Profile mit mindestens 10 aktiven Beiträgen kommen auf 73,0 %.

Rhythmus, Länge, Keywords im Text oder der Beitragstyp zeigen dagegen keinen Effekt. Beiträge lohnen sich trotzdem, weil sie Besucher informieren und zur Interaktion mit dem Profil einladen. Ein fester Rhythmus von 7 bis 14 Tagen ist für das Ranking aber nicht nötig.

Social-Media-Links

Im Profil verknüpfte Social-Media-Profile landen bei Whitespark nur auf Platz 131. Localo sieht eine Korrelation bis etwa fünf Links (68,0 % Top-3-Quote), wobei Facebook mit 13,2 Prozentpunkten den größten Unterschied macht. Hinterlege deine aktiven Kanäle, erwarte aber keinen großen Ranking-Sprung.

Fragen & Antworten gibt es nicht mehr

Die Funktion Fragen & Antworten ist abgeschaltet. Google hat die zugehörige Schnittstelle am 3. November 2025 eingestellt und laut PPC Land im Dezember 2025 bestätigt, dass der Bereich in Google Maps entfällt. Selbst gestellte und beantwortete Fragen, die früher als Geheimtipp galten, sind damit keine Option mehr.

An ihre Stelle tritt eine KI-Funktion: Ask Maps beantwortet Fragen zu Orten mit Gemini und greift dafür auf Profildaten, Bewertungen und Fotos zurück. Google hat Ask Maps im März 2026 zunächst in den USA und Indien gestartet, ein Termin für Deutschland ist laut nextpit noch nicht bekannt.

Die Konsequenz: Die Antworten auf typische Kundenfragen gehören in dein Profil (Leistungen, Attribute, Beschreibung) und als FAQ auf deine Website. Woraus die KI ihre Antworten baut, erklärt Whitespark in einem Leitfaden zur Ask-Funktion.

Nutzersignale

Klicks, Anrufe und Routenanfragen machen laut Whitespark 9 % der Local-Pack-Gewichtung aus. Die Klickrate aus dem Local Pack steht auf Platz 13, Interaktionen mit dem Profil auf Platz 33. Diese Signale kannst du nicht direkt setzen, aber ein vollständiges Profil mit guten Fotos und Bewertungen gibt Nutzern mehr Gründe zu klicken.

Website und Unternehmensprofil verzahnen

Dein Profil rankt im Local Pack, deine Website trägt es: Mehrere Website-Faktoren stehen bei Whitespark in den Top 25 für das Local Pack. In der lokalen organischen Suche und in KI-Antworten ist die Website sogar die wichtigste Signalgruppe.

Die richtige Zielseite

Bei einem Standort verlinkst du im Profil meist die Startseite, bei mehreren Standorten die jeweilige Standortseite. Diese Seite sollte die Begriffe tragen, für die das Profil ranken soll: Keywords im Title-Tag der verlinkten Seite stehen auf Platz 17, Keywords in ihren Überschriften auf Platz 20.

Eine Unterseite pro Leistung

Eine eigene Seite für jede Leistung ist der Faktor Nummer 1 für die lokale organische Suche und Nummer 2 für KI-Sichtbarkeit. Lege für jede Kernleistung aus deinem Profil eine eigene Seite an, die konkrete Fragen zu Ablauf, Preisrahmen und Region direkt im ersten Satz beantwortet. Shaw rät 2026 ausdrücklich zu kurzen, klar gegliederten Texten statt langer Textwüsten.

NAP und Verzeichnisse

Name, Adresse und Telefonnummer (NAP) auf deiner Website müssen exakt zu deinem Profil passen, das steht auf Platz 15. Wichtig ist außerdem die Konsistenz auf Google Maps, Bing Places und Apple Business Connect. In Deutschland kommen Verzeichnisse wie Gelbe Seiten, Das Örtliche und 11880 sowie Branchenportale hinzu.

Mehr ist dabei nicht unbegrenzt besser. Localo sieht den Nutzen von Verzeichniseinträgen bei etwa 21 bis 27 Einträgen ausgereizt. Prüfe lieber, ob die vorhandenen Einträge stimmen, statt immer neue anzulegen.

Strukturierte Daten

Ein LocalBusiness-Markup per JSON-LD (zum Beispiel mit dem Untertyp ProfessionalService) hilft Maschinen, deine Daten eindeutig zuzuordnen. Für das Local Pack ist der Effekt klein, NAP im Schema steht dort auf Platz 118. Für KI-Sichtbarkeit sehen die Fachleute Schema-Markup mit Platz 44 deutlich relevanter.

Sinnvolle Felder sind Name, Adresse, Telefonnummer, geo-Koordinaten, openingHoursSpecification, areaServed und ein sameAs-Array mit deinen Profilen. Bewertungen von Drittplattformen gehören nicht ins Schema, Whitespark führt das als negativen Faktor.

UTM-Tracking für das Profil

Klicks aus dem Unternehmensprofil landen in Google Analytics oft unter Direktzugriffen. Hänge deshalb an den Website-Link im Profil UTM-Parameter an, wie es auch der Leitfaden von Search Engine Land empfiehlt:

https://deine-domain.de/?utm_source=google&utm_medium=organic&utm_campaign=gbp-listing

In der Google Search Console kannst du anschließend die Seiten nach „utm“ filtern und siehst oft die Suchanfragen, über die Nutzer aus dem Profil kamen. Das ist ein bewährter Praxis-Trick, aber keine offizielle Funktion: Google kann die UTM-Adresse auch der kanonischen URL zuordnen. Achte darauf, dass deine Seite einen Canonical-Tag auf die saubere URL setzt.

Sperrungen vermeiden

Das größte Sperrrisiko ist laut Whitespark eine falsche Adresse: Postfach, virtuelles Büro oder eine Anschrift, an der das Unternehmen gar nicht sitzt. Danach folgen die Verknüpfung mit einem gesperrten Google-Konto und gemeldete Richtlinienverstöße.

Die häufigsten Sperrgründe

  • Virtuelle Büros und Postfächer: Laut Google-Richtlinien unzulässig.
  • Coworking-Spaces: Nicht grundsätzlich verboten, aber nur zulässig, wenn das Büro klar beschildert ist, während der Öffnungszeiten eigene Leute vor Ort sind und dort Kunden empfangen werden.
  • Keywords im Namen: Bei Whitespark auf Platz 8 der Sperrrisiken.
  • Fake-Bewertungen und Review Gating: Also nur zufriedene Kunden gezielt um Bewertungen bitten. Beides wird gemeldet und geahndet.
  • Mehrere Profile: Pro Standort ist nur ein Profil erlaubt, mehrere Profile mit derselben Telefonnummer gelten als Risiko.
  • Adresse trotz Einzugsgebiet: Wer keine Kunden empfängt, darf keine Adresse anzeigen.
  • Weiterleitende Website: Eine URL im Profil, die auf eine andere Domain weiterleitet, steht ebenfalls auf der Risikoliste.

Verifizierung per Video

Die Videoaufnahme ist inzwischen eine der häufigsten Bestätigungsmethoden. Google verlangt dafür eine durchgehende, ungeschnittene Aufnahme, die drei Dinge zeigt:

  1. Standort: Straßenschild, Hausnummer, umliegende Gebäude und die feste Beschilderung mit deinem Firmennamen.
  2. Geschäftsbetrieb: Innenräume, Arbeitsplatz, Ausstattung oder Produkte, die zu Name und Kategorie passen.
  3. Berechtigung: Ein Nachweis, dass du das Unternehmen führst, etwa das Aufschließen der Tür oder der Zugriff auf Kassensystem oder Kundenverwaltung.

Erfolgreiche Videos dauern laut Praxisberichten meist ein bis zwei Minuten. Ein aufgeklebter Papierzettel statt einer festen Beschilderung reicht in der Regel nicht.

Unternehmensprofil und GEO: Sichtbar in KI-Antworten

Für KI-Antworten zählt das Unternehmensprofil weniger als für die Karte. Der wichtigste Faktor für KI-Sichtbarkeit ist laut Whitespark die Erwähnung in kuratierten Bestenlisten, gefolgt von einer eigenen Seite pro Leistung und einer starken Präsenz auf Branchenportalen.

Dass sich das lohnt, zeigt BrightLocal: 45 % der Befragten nutzen inzwischen KI-Tools wie ChatGPT für Empfehlungen zu lokalen Unternehmen, im Vorjahr waren es 6 %. Damit sind KI-Tools nach Google und Facebook die dritthäufigste Quelle.

Warum das Profil hier weniger zählt

Shaw weist auf einen wichtigen Unterschied hin: ChatGPT hat keinen Zugriff auf Daten wie deine weiteren Kategorien bei Google. Googles eigene KI-Dienste wie AI Mode, Gemini und Ask Maps können sie dagegen nutzen. Dein Profil ist also vor allem für Googles KI wichtig, für andere Sprachmodelle zählen Website und Erwähnungen im Netz.

Die Top 5 für KI-Sichtbarkeit

  1. Erwähnung in kuratierten Bestenlisten („Die besten Ernährungsberater in Köln“)
  2. Eine eigene Seite pro Leistung
  3. Präsenz auf wichtigen Branchenportalen
  4. Qualität unstrukturierter Erwähnungen, etwa in Presseartikeln, Blogs oder bei Verbänden
  5. Autorität der Drittplattformen, auf denen du Bewertungen hast

Drei dieser fünf Faktoren sind Erwähnungen auf fremden Seiten. Shaw fasst das so zusammen: In der KI-Suche sind Erwähnungen das, was früher Backlinks waren.

Was du konkret tun kannst

  • Bemühe dich um Aufnahme in Bestenlisten deiner Branche und Region.
  • Trage dich in die wichtigsten Branchenportale ein, fülle jedes Feld aus und beschreibe im ersten Satz klar, wer du bist, was du anbietest und wo.
  • Sammle Bewertungen nicht nur bei Google, sondern auch auf den Plattformen, die in deiner Branche zählen.
  • Richte eine Seite mit Kundenstimmen ein und verlinke sie im Hauptmenü.
  • Strukturiere deine Leistungsseiten mit klaren Überschriften und beantworte die wichtigsten Fragen direkt.
  • Sorge für lokale Erwähnungen, etwa durch Engagement vor Ort, Gastbeiträge in Lokalmedien oder Kooperationen mit regionalen Bloggern.

Diese Empfehlungen stammen aus Shaws Fazit im Whitespark-Report. Wie du deine Website gezielt für KI-Suchen aufstellst, erkläre ich ausführlich auf meiner Seite als GEO Freelancer.

Mythen-Check: Was nicht (mehr) wirkt

Viele Tipps zum Unternehmensprofil halten sich seit Jahren, obwohl Daten oder Google selbst ihnen widersprechen.

AnnahmeWas die Daten sagenQuelle
Geotags in Fotos verbessern das RankingLetzter Platz von 187 FaktorenWhitespark
Regelmäßige Beiträge alle 7 bis 14 Tage pushen das RankingNur Posten überhaupt korreliert, Rhythmus und Inhalt nichtLocalo, Whitespark (Platz 148)
Eigene Fragen & Antworten anlegenFunktion seit Ende 2025 abgeschaltetGoogle, PPC Land
Ein 5,0-Schnitt ist ideal4,9 hat die höchste Top-3-Quote, 5,0 liegt deutlich darunterLocalo
Sterne-Bewertungen ohne Text sind sichererWerden inzwischen genauso schnell gelöschtLocalo
Lange Beschreibung bringt mehrVorhandensein zählt, Länge nichtLocalo
Keywords in Antworten auf BewertungenPlatz 182 von 187Whitespark
Keyword-Domain hilft im Local PackKein messbarer UnterschiedLocalo
So viele Verzeichniseinträge wie möglichNutzen flacht ab etwa 21 bis 27 Einträgen abLocalo

Checkliste für dein Unternehmensprofil

Mit diesen Punkten deckst du die wichtigsten Faktoren ab, sortiert nach Wirkung.

  • Primäre Kategorie: die spezifischste, die zu deinem Kerngeschäft passt
  • Weitere Kategorien: alle zutreffenden, keine fachfremden
  • Unternehmensname: genau so wie auf Schild, Website und Briefpapier
  • Adresse nur anzeigen, wenn du dort Kunden empfängst, sonst Einzugsgebiet festlegen
  • Öffnungszeiten und Sonderöffnungszeiten für Feiertage gepflegt
  • Alle vordefinierten Leistungen gewählt, eigene Leistungen ergänzt
  • Mindestens 40 echte Fotos, regelmäßig neue nachlegen
  • Klare Unternehmensbeschreibung ohne Links und Rabatte
  • Kontinuierlich um Bewertungen bitten und jede persönlich beantworten
  • Website im Profil mit UTM-Parametern verlinkt
  • NAP auf Website, Profil und in Verzeichnissen identisch
  • Eine Unterseite pro Kernleistung mit FAQ-Block
  • LocalBusiness-Schema auf der Website eingebunden
  • Einträge in Branchenportalen vollständig ausgefüllt
  • Erwähnungen in Bestenlisten und Lokalmedien angestoßen

Häufige Fragen zum Ranking im Google Unternehmensprofil

Was ist der wichtigste Ranking-Faktor im Google Unternehmensprofil? Die primäre Kategorie. Im Whitespark-Report 2026 steht sie auf Platz 1 von 187 Faktoren für das Local Pack, knapp vor der Entfernung zum Suchenden.

Wie viele Google-Bewertungen brauche ich für die Top 3? Eine feste Zahl gibt es nicht, weil es von deiner Konkurrenz abhängt. In der Localo-Analyse haben Profile auf Platz 1 im Median 79 Bewertungen und Profile ab Platz 11 im Median 25. Ab etwa 200 Bewertungen bringt jede weitere kaum noch Ranking-Vorteile.

Darf ich Keywords in den Firmennamen schreiben? Nur, wenn sie Teil deines echten, im Geschäftsverkehr genutzten Namens sind. Zusätze wie Leistungen oder Orte verstoßen gegen Googles Richtlinien und können zur Sperrung führen.

Muss ich meine Adresse im Profil anzeigen? Nur, wenn du dort Kunden empfängst und eine feste Beschilderung hast. Arbeitest du beim Kunden oder von zu Hause, blendest du die Adresse aus und gibst ein Einzugsgebiet an.

Gibt es Fragen & Antworten im Unternehmensprofil noch? Nein. Google hat die Funktion Ende 2025 eingestellt. Ersetzt wird sie durch die KI-Funktion Ask Maps, die bisher nur in den USA und Indien verfügbar ist.

Hilft das Unternehmensprofil auch bei ChatGPT und anderen KI-Tools? Vor allem bei Googles eigenen KI-Diensten wie AI Mode und Gemini. Für ChatGPT und andere Sprachmodelle zählen eher deine Website, Bewertungen auf mehreren Plattformen und Erwähnungen in Bestenlisten und Branchenportalen.

Fazit: Grundlagen schlagen Tricks

Wer 2026 im Local Pack vorne stehen will, braucht keine Geheimtipps, sondern ein vollständiges, ehrliches Profil. Laut Localo erfüllen 42,7 % der Profile auf Platz 1 alle acht Grundkriterien wie Website, Beschreibung, weitere Kategorien und mindestens 10 Bewertungen und Fotos. Ab Platz 11 sind es nur 17,2 %.

Richtige Kategorie, echte Fotos, stetige Bewertungen und eine Website mit einer Seite pro Leistung bringen dich in die Karte und in KI-Antworten. Keywords im Namen, gekaufte Bewertungen oder Fantasie-Adressen bringen dich dagegen eher in eine Sperrung.

Du willst wissen, wo dein Profil steht? Ich prüfe dein Unternehmensprofil und deine Website auf lokale und KI-Sichtbarkeit. Buch dir ein kostenloses Erstgespräch.