Apple hat die täglichen KI-Budgets einiger Entwickler von 300 auf 200 US-Dollar gesenkt. Weitere Kürzungen sind offenbar bereits geplant. Damit reiht sich der Konzern in eine wachsende Zahl von Tech-Unternehmen ein, die ihre KI-Kosten stärker kontrollieren.

Noch im Frühjahr hatte Apple seine Teams offenbar zu möglichst intensiver KI-Nutzung gedrängt. Berichten zufolge drohten Teams mit geringem Token-Verbrauch sogar Nachteile bei Personalanfragen. Token sind die Abrechnungseinheit von Sprachmodellen, also die Textbausteine, die ein Modell verarbeitet und erzeugt. Gerade beim Programmieren fallen davon große Mengen an. Wie stark die Preise pro Token je nach Modell schwanken, zeigt mein Beitrag zu Microsoft Decision-1.

Wie Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtet, senkte Apple das Tageslimit einiger Entwickler bereits im Oktober von 300 auf 200 US-Dollar. Für bestimmte Teams seien künftig nur noch 100 US-Dollar geplant. Außerhalb der Entwicklung gelte vielerorts schon ein Limit von 100 US-Dollar, das für einige Teams auf 25 US-Dollar sinken könnte. Wer mehr benötige, könne eine Ausnahme bei der Führungsebene beantragen.

Welche Tools betroffen sind, ist noch offen. Intern stehen den Beschäftigten laut 9to5Mac unter anderem Claude, ChatGPT und Gemini zur Verfügung. Teams würden zudem angehalten, auf günstigere oder lokal laufende Modelle auszuweichen. Da nur wenige ihr Limit von 300 US-Dollar ausgeschöpft hätten, sei die tatsächliche Ersparnis unklar. Andere sehen darin laut Bloomberg ein Zeichen für weitere Sparmaßnahmen bis hin zu Entlassungen.

Gleichzeitig steigen Apples Gesamtausgaben. Im Geschäftsjahr 2026 legten die Kosten für Forschung und Entwicklung um 32 Prozent auf 45,77 Mrd. US-Dollar zu. Im Geschäftsbericht nennt Apple als Grund unter anderem:

„higher infrastructure-related costs, including investments in artificial intelligence“ (Apple, Form 10-K 2026)

Der Schritt passt zum Kurs von John Ternus, der Apple seit dem 1. September führt und auf schlankere Strukturen setzt. Auch andere Konzerne ziehen Grenzen: Microsoft vergibt seit Juli Token-Budgets je Sparte, Tesla deckelt KI-Ausgaben bei 200 US-Dollar pro Woche, Uber bei 1.500 US-Dollar im Monat je Coding-Tool. Wie sehr KI-Agenten die Arbeit in Tech-Firmen schon verändern, zeigt die Anthropic-Studie zu Junior-Jobs. Gut möglich, dass KI-Budgets pro Kopf bald zum festen Posten in jeder Kostenplanung werden.